Tivoli

Von Wien bis ins Herz der Alpen – Die Vergnügungsstätten Tivoli

Das Tivoli stellt das Zentrum des Böhmischen Praters in Wien dar und in Innsbruck beschreibt der gleiche Begriff die Heimat des Traditionsvereins FC Wacker Innsbruck und der sportlichen Betätigung der Tiroler. Die Bezeichnung wurde noch für weitere Veranstaltungsorte und Mittelpunkte des Vergnügens in Wien, Meidling und anderenorts entliehen. Wir wollen in diesem Beitrag die prominentesten Orte mit der traditionellen Benennung beschreiben und ein wenig Geschichte dahinter aufdecken.

Böhmischer Prater

Im Jahr 1882 wurde die heutige Erlebniswelt fast unbeabsichtigt gegründet. Damals stellte ein progressiv-denkender Gastwirt namens Franz Bauer lediglich eine Schaukel und ein Ringelspiel auf. Aus dieser simplen Aktion erwuchs das heutige Freizeitparadies für jung und alt. Heute finden sich im treffend bezeichneten Familienprater unter anderem ein Riesenrad für Kinder, ein Autodrom und verschiedene Attraktionen für Wasserratten. Selbst das begründende Ringelspiel wurde über die Jahre immer wieder auf den neuesten Stand gebracht und dreht sich wie von Kinderlachen angetrieben auch heute noch an schönen Sommertagen.

Kulinarisch bietet der Böhmische Prater alle gewohnten Highlights der Wiener Küche. Naschkatzen werden von der „Süßen Tram“ auf einen leckeren Abstecher eingeladen und ein Heuriger pflegt die Wein- und Speisekultur der Hauptstadt und ihrer Umgebung.

Das Tivoli als Zentrum des Böhmischen Praters

Das Eventlokal Tivoli stellt das Herz des Familienpraters dar und dort werden das ganze Jahr über verschiedensten Veranstaltungen für ältere oder jüngere Semester geboten. Die Halle bietet 220 Personen Platz und die Bühne mit einer Rampenhöhe von 70 Zentimetern präsentiert sich als ideale Fläche für Veranstaltungen, Präsentationen oder einfach nur eine rührende Geburtstagsrede. Die technischen Anlagen, von Ton über Licht bis hin zu eventueller Kameraausrüstung, entsprechen neuesten Standards. Die Speisekarte entführt teilweise sogar ins Mittelalter und gerade den Kleinen schmeckt ein Gericht umso besser, wenn es mit einer Geschichte von Rittern und Prinzessinnen aufgetischt wurde. Das Open Air Areal bietet weiteren 1000 bis 2000 Personen (abhängig von Bestuhlung) einen Platz für sonnige Stunden.

Während sich reifere Jugendliche und Erwachsene im weltberühmten Wiener Prater im 2. Bezirk amüsieren, sind gerade Familien mit dem abwechslungsreichen, kleineren Böhmischen Prater im 10. Bezirk und dem zugehörigen Tivoli bestens beraten. Nur Berühmtheit oder Größe stellen schließlich keine Garanten für Vergnügen dar – die Kinder wissen das noch!

Böhmischer Prater
Laaer Wald 30c, 1100 Wien

Tivoli Stadion

Das Tivoli Stadion in Innsbruck, Tirol

Seit vielen Jahrzehnten gehört das Tivoli Stadion in Innsbruck zu den wichtigsten Gebäuden bzw. Anlagen in der Landeshauptstadt. Das gesamte Gebiet des Tivoli umfasst mehrere Einrichtungen:
  • Olympiaworld mit den Eishallen
  • Landessportcenter
  • Freibad
  • Tiroler Wasserkraft Arena
  • Kletterhalle
  • Hotel & Bürogebäude & Gastronomie
  • Das Fußballstadion „Tivoli Stadion Tirol“
Der Fokus liegt im weiteren Verlauf auf dem Fußballstadion. Seit dem Jahr 2000 bietet die moderne Anlage eine Heimat für die „schönste Nebensache der Welt“ und für den Tiroler Verein FC Wacker Tirol. Dort finden sich alle üblichen Ausstattungen eines Stadions mit 15.200 überdachten Sitzplätzen (und 1.800 Stehplätzen), 11 Kiosken, Trainingsanlagen für mehrere Sportarten (Inline-Hockey, Basketball, Volleyball, Fußball etc.), Gastro, Parkplätzen und Büroflächen. Als Zusatz kann eine Kletterhalle mit einem Ausmaß von 460 Quadratmetern bezeichnet werden.

Das Stadion befindet sich direkt an der Autobahnausfahrt Innsbruck Mitte und lässt sich so auch von Ortsfremden schnell und einfach erreichen. Viele wissen übrigens nicht, dass auf dem Tivoli Gelände nicht nur sportliche, sondern ebenfalls akademische Meisterleistungen erbracht werden. Viele Klausuren der wirtschaftlichen Fakultät SoWi der Universität Innsbruck werden in den Eishallen der Olympiaworld absolviert. Das unterstreicht die Bedeutung des Areals neben den Fußballmatches und dem Klettersport zusätzlich.

Kletterzentrum Tivoli

Das Kletterzentrum Tivoli neben dem Stadion

Im sportlichen Tivoli-Gebiet in Innsbruck wird nicht nur tief eingetaucht oder schnell dem Ball nachgejagt – es geht auch mit viel Muskelkraft hoch hinaus. Gleichzeitig zum neuen Fußballstadion wurde für 1,2 Millionen diese Halle auf einer Grundfläche von 460 m² errichtet und diese wird seitdem stark frequentiert. Die Tiroler lieben ihre Berge aber genauso das Klettern in Indoor-Bereichen und 30.000 Enthusiasten gehen oder klettern ihrem Hobby in dieser Anlage nach. Übrigens fühlen sich dort nicht nur Profis bei Wettkämpfen wohl, sondern es werden zusätzlich Kurse für Kinder und Jugendliche angeboten.

Gerade der jüngeren Generation wird im Gebiet fast alles geboten, was einem Sportfan in den Sinn kommen kann. Neben den Möglichkeiten zu Klettern, Fußball, Basketball oder Volleyball zu spielen wird die Eishockey-Jugend dort geschult und selbst ein Skatepark fehlt nicht. Im Winter gibt es eine Freilauft-Eislaufbahn zu entdecken, zu mancher Zeit lädt ein Vergnügungspark oder ein Zirkus zum Verweilen ein und das Schwimmbad Tivoli komplettiert das Angebot – nur zum Ski fahren / Snowboarden müssen die umliegenden Berge angesteuert werden.

Das Tivoli in Meidling

Nach diesem Abstecher in das Herz der Alpen, nämlich nach Innsbruck und zum dortigen Tivoli Areal, kehren wir nach Wien zurück. Im 12. Wiener Gemeindebezirk wurde auf dem Grünen Berg schon im Jahr 1830 das Vergnügungslokal errichtet, welches unter der Bezeichnung Tivoli Meidling bekannt war.

In diesen früheren Zeiten sollte die Anlage einen Treffpunkt für die gehobene Gesellschaft darstellen. Aus diesem Grund wurden dort die Trends der Zeit verwirklicht und veranstaltet. Dazu zählten Gärten mit wunderschönen Aussichten auf die Stadt, ausgelassene Tänze und prächtige Feuerwerke. Eigentlich handelt es sich dabei um Aktivitäten, die auch heute noch viele Fans haben. Leider wurde der Betrieb im Tivoli während dem Zweiten Weltkrieg eingestellt und Anfang der 90iger Jahre musste das Gebäude wegen zunehmender Verwahrlosung abgetragen werden. Dieses Tivoli existiert also nur mehr in den Geschichtsbüchern und vielleicht noch in so mancher Erinnerung.

Kursana Residenz Wien

Die Seniorenresidenz Wien-Tivoli

Dieses noch aktive Tivoli im 12. Bezirk beschreibt eine willkommene Vergnügungsstätte und vielleicht sogar ein Heim für Personen, welche sich noch an die frühere Anlage in Meidling erinnern könnten. Ähnlich zu Straßenzügen und einer Brücke in der Nähe hat die Kursana Residenz den Namen des ehemaligen Kultur- und Freizeitzentrums „Tivoli Meidling“ übernommen.

Ein umfassendes Angebot zeichnet das betreute Wohnen in der Anlage aus. Die Atmosphäre kann auch vorab mittels einem Urlaub für Senioren erkundet werden. Das Restaurant bietet verschiedene Speisen â la carte und von der Sonnenterrasse aus können die Enkeln oder vielleicht sogar Urenkeln beim Spielen beobachtet werden. Die ausgezeichnete Verkehrsanbindung garantiert Abwechslung, denn Wien und die ganze Umgebung kann für Spaziergänge, Museumsbesuche und mehr entdeckt werden. Der Name Tivoli steht also auch für einen schönen Lebensabend.

Tivoli Audio

Der Ton des Vergnügens

Bei entsprechender Markenpräferenz kann die Bezeichnung Tivoli sogar omnipräsent im Alltag sein. Die Produkte des holländischen Unternehmens (Wecker, Hi-Fi-Systeme und mehr) werden ebenfalls in Österreich in Wien, Hallein oder Dornbirn vertrieben.

Die leicht exotische Bezeichnung schlägt also unübersehbar große Wellen. Dabei ist oft in Vergessenheit geraten, woher die Bezeichnung ursprünglich kommt. In Innsbruck gilt ein ehemaliges Gasthaus als namensgebend und in Wien geht der Name auf den entsprechenden, ehemaligen Treffpunkt der High Society – in gewisser Weise auch eine Gaststätte - zurück. Doch egal wo der der Titel Tivoli heute noch verwendet wird, überall steckt die ursprüngliche Bedeutung als Intention dahinter – eine Stätte des Vergnügens.